Ostergruß

Ostergruß

Es sind besondere Zeiten, in denen wir in diesem Jahr Ostern feiern.
Ohne Familienausflüge, ohne Urlaubsreisen, ohne Gottesdienste und ohne großes Osterfrühstück. Das finde ich sehr schade.

Aber lasst uns trotzdem Ostern feiern. Denn es ist das Fest der Auferstehung. Das Fest der Hoffnung. Das Fest des Lebens. Ängste und Sorgen sollen uns nicht beherrschen.

Erinnern wir uns an die Ostergeschichte.
Traurig waren die Frauen am Ostermorgen unterwegs. Für sie war alles zu Ende. Die Zeit mit Jesus war Geschichte. Aus und vorbei. In den Händen trugen sie wohlriechende Öle, die von Lebensfreude kündeten, die an Wohlergehen erinnerten. Aber aus ihren Herzen war alle Lebensfreude gewichen. Über ihre Seele hatte sich ein dunkler Schatten gelegt. Ihre Sinne waren zu Tode betrübt. Je näher die Frauen zum Grab kamen, desto bedrängender wurde die Frage: „Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?“

Ich höre hinter dieser Frage nicht nur ein praktisches Problem. Vielleicht geht es um mehr. Ihr Herr und Meister ist gekreuzigt worden. Wie ein schwerer Stein liegt sein Leiden und Sterben auf ihrer Seele. Sie können es noch nicht fassen und müssen sich doch den Realitäten stellen.

So sind viele mit ihnen unterwegs. Auch in unseren Tagen.
Eheleute und Familien, die ganz plötzlich den Tod eines lieben Menschen verkraften müssen. Männer und Frauen, die Angst um ihre berufliche Zukunft haben. Menschen, die wegen der Corona Pandemie zutiefst verunsichert und verängstigt sind. Unterwegs mit Sorgen und Ängsten und Fragen: Wer nimmt uns die bedrückende Last? Wer kann uns neue Wege zeigen? Wo finden wir Halt und Hilfe?


Viele kleine und große Brocken liegen manchmal da und man weiß oft nicht wie man sie aus dem Weg räumen soll. Als die Frauen dann zum Grab kamen, sahen sie den mächtigen Stein abseits liegen.

Die Ostergeschichte will unsere Augen weglenken von all den Steinen, die wir da und dort in und auf unseren Lebenswegen sehen und die ein Weiterkommen verhindern oder erschweren. Vielmehr sollen wir einen neuen Blick bekommen für die überraschenden Möglichkeiten Gottes. Seit Ostern dürfen wir die Sorgen und die Fragen, die uns umtreiben, in einem neuen Licht sehen.

In der Hoffnung auf Gottes Macht! Und im Vertrauen auf seine Hilfe! Und mit der Verheißung seiner Nähe!

Da wo wir keine Wege mehr sehen, ist Gott vielleicht schon am Werk, um Steine aus dem Weg zu räumen. Da wo wir noch niedergeschlagen unterwegs sind, hat Gott vielleicht schon Wege gebahnt, um uns aufzurichten.

Haben wir Vertrauen in seine Macht! Manchmal geschehen Wunder, Gottes Wunder auch mitten in unserem Alltag. Manchmal ist Gott am Werk, längst bevor wir es merken.

„Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.“ So hörten die Frauen einen Gottesboten sprechen. „Er ist auferstanden“, das heißt: Gott hat den Tod entmachtet. Er hat den Gekreuzigten ins Leben gerufen. Er hat sein Werk bestätigt. Er hat einen Weg in die Zukunft gebahnt. Er rückt die Welt in ein neues Licht. Das Licht seiner Liebe. Darum feiern wir Ostern. Auch in diesem Jahr. Ohne Gottesdienste in unsere Kirche, aber mit der Verheißung Jesu: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Bleiben Sie behütet und gesund,
Ihr Pfarrer Peter Winterhoff

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